Ein Artikel der Robert Bosch Stiftung (06/2017)

Sehr geehrte Damen und Herren,
ob die Integration von Flüchtlingen gelingt, entscheidet sich vor Ort in den Städten und Gemeinden. Die Rolle von Kommunen und kommunaler Akteure ist nicht hoch genug einzuschätzen. Sie weiter in ihrer Arbeit zu stärken und zu befähigen, gute Integrationspolitik zu machen, wird eine zentrale Aufgabe der neuen Bundesregierung sein.

Die Robert Bosch Stiftung hat in den letzten Monaten insbesondere auf ländliche Räume geblickt und analysiert, wie die Menschen dort mit der Flüchtlingsaufnahme und -integration zurechtkommen, wie die kommunale Flüchtlingspolitik weiterentwickelt wurde und welche Herausforderungen sich für die Zukunft stellen. Dazu haben wir insgesamt 95 Interviews in sieben Landkreisen geführt.

Auch international lohnt sich ein vergleichender Blick. Ein weltweites Forschungsprojekt untersucht gerade in acht Ländern, wie Flüchtlinge am politischen Leben ihrer Aufnahme- und Herkunftsländer teilnehmen können.

Erfahren Sie mehr über diese und weitere Themen im Newsletter.

Stellvertretend für alle Kolleginnen und Kollegen im Schwerpunkt „Migration, Integration und Teilhabe“

Ottilie Bälz
Leiterin Themenbereich Gesellschaft

Raphaela Schweiger
Senior Projektmanagerin

Auf dem Weg zur Flüchtlingsintegration in ländlichen Räumen: Ergebnisse einer Bedarfsanalyse in sieben Landkreisen

Zwischen März und Mai 2017 wurden insgesamt 95 Institutionen und Akteure zu ihren Erfahrungen, Ansichten und Empfehlungen befragt: Wie haben ländliche Räume die Flüchtlingsaufnahme und -integration bewältigt? Wie wurde die kommunale Flüchtlingspolitik weiterentwickelt? Und welche Herausforderungen stellen sich für die Zukunft?

Lesen Sie die Analyse

Kommunales Integrationsmanagement – Teil 2:
Handlungsfelder und Erfolgsfaktoren gestalten

Der Fokus des gemeinsamen Berichts von KGSt, Bertelsmann Stiftung und Robert Bosch Stiftung liegt auf der Integration der in der aktuellen Flüchtlingssituation eingewanderten Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten. Der nun veröffentlichte zweite Teil fokussiert sich dabei auf praxisnahe Impulse zu verschiedenen Handlungsfeldern sowie zu zentralen Erfolgsfaktoren des kommunalen Integrationsmanagements.

Lesen Sie den Bericht

Kommunales Integrationsmanagement – Teil 1: Managementansätze und strategische Konzeptionierung

Der erste Teil des Berichts entwickelt ein integriertes Steuerungskonzept, mit dem es gelingt, Angebote und Leistungen im Handlungsfeld Integration innerhalb und außerhalb der Kommunalverwaltung zu koordinieren und einheitlich auszurichten.

Lesen Sie den Bericht

Wie können sich Flüchtlinge politisch beteiligen?

In den letzten sechs Jahren hat sich die Anzahl der Flüchtlinge weltweit mehr als verdoppelt. In vielen Ländern ist die Integration dieser Menschen ein viel diskutiertes Thema. Wie können Flüchtlinge selbst am politischen Leben teilnehmen? Im Interview erklärt Lina Antara, wie ein globales Forschungsprojekt Möglichkeiten und Grenzen der politischen Beteiligung beleuchtet. Die dabei beteiligten Forscher berichten über ihre Erfahrungen.

Lesen Sie das Interview und die Statements der Forscher

Kurz notiert

Film „Als Paul über das Meer kam“

Paul Nkamani hat sich aus seiner Heimat Kamerun durch die Sahara bis an die Küste Marokkos durchgeschlagen. Hier lernen sich Paul und Filmemacher Jakob Preuss kennen, der entlang Europas Außengrenzen auf Recherchereise ist. Jakob Preuss, Alumnus unseres Stiftungskollegs und Grenzgänger-Programms, kommt mit seinem neuen, hochgelobten Film „Als Paul über das Meer kam“ , bei dem er den Flüchtling Paul Nkamani auf seinem Weg nach Europa begleitete, auf Kinotour. Hier erfahren Sie mehr zum Film.

Aktuelle Ausschreibungen

Nachhaltig engagiert! Qualifizierung und Vernetzung von ehrenamtlichem Engagement in der Flüchtlingsarbeit

Wir unterstützen Projekte, die ehrenamtliches und bürgerschaftliches Engagement in der Flüchtlingsarbeit fördern und nachhaltig strukturieren. Bewerbungsfrist ist der 15. Oktober.

Zur Ausschreibung

Miteinander, füreinander! Begegnungen mit Flüchtlingen gestalten

Wir fördern Projekte, die Begegnungen auf Augenhöhe zwischen Flüchtlingen und lokaler Bevölkerung herstellen. Bewerben können sich Initiativen aus Kommunen mit bis zu 100.000 Einwohnern oder strukturschwache Regionen. Bewerbungsfrist ist der 15. Oktober.

Zur Ausschreibung

Veranstaltungen

10. – 12. November, Hohenheim: Hysterie? Recht und öffentlicher Diskurs in Zeiten der „Flüchtlingskrise“ – Tagung des Netzwerks Migrationsrecht
Die Tagung nimmt eine Bestandsaufnahme der Gesetzgebung vor, die in Reaktion auf die stark gestiegene Zahl der Asylgesuche seit dem Sommer 2015 verabschiedet worden ist und untersucht, inwiefern eine von Hysterie getriebene Rechtssetzung den Weg zu einer konsistenten und nachhaltig wirksamen Ausgestaltung des Migrationsrechts versperrt. Auch die Rolle der Medien sowie die Herausforderungen für die Rechtsanwender und die Auswirkungen auf die Lebenssituation der Migranten werden diskutiert. Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie hier.

23. – 25. November, Hamburg: Conference on Migration and Media Awareness „Telling our story in a world gone mad“ – Refugee Radio Awareness Network
Über zahlreiche Workshops und Podien, Ausstellungs-, Musik- und Performanceformate werden die Teilnehmer in einen diskursiven Austausch über politische Stimmungen und Meinungsbilder in Zeiten der „Post-Welcome-Kultur“ gebracht. Es werden Methoden ausgetauscht und Strategien entwickelt, wie negativer Medienberichterstattung zu Fragen von Ein- und Zuwanderung, Fake-News und „Hate-Speech“ mit positiven Gegenerzählungen, sozialem Engagement und aus dem Exil geborener Kreativität, begegnet werden kann. Weitere Informationen und das Programm finden Sie hier.